
Es war das erste Mal in meiner Arbeit als Redner, dass ich eine Abschiedsfeier für zwei Menschen begleiten durfte,
die fast sechzig Jahre miteinander verheiratet waren
– und den letzten Weg am Ende auch gemeinsam gingen.
Als ich den ersten Termin für ein persönliches Gespräch machte, wusste ich nur vom Tod des verstorbenen Ehemannes.
Ich verabredete mich mit seiner lieben Ehefrau, um mit ihr über sein Leben, über Erinnerungen und Wünsche zu sprechen.
Wenige Tage später kam der Anruf des Bestatters:
Auch sie war inzwischen verstorben.
So stand ich vor der Aufgabe, nicht nur einen Abschied zu gestalten,
sondern zwei.
Und nicht zwei getrennte Leben zu würdigen,
sondern eine einzige große Liebesgeschichte.
Meine einleitenden Worte zur Begrüßung aller Gäste:
Die Liebe endet nicht mit dem letzten Atemzug.
Sie wechselt nur den Ort.
Was fast sechzig Jahre gewachsen ist, kann der Tod nicht trennen.
Denn wo zwei Herzen ein Leben lang miteinander gegangen sind,
dort geht die Liebe weiter – nun nicht mehr in den Stunden dieser Welt,
sondern im hellen Licht der Ewigkeit.
Was der Segen des Höchsten verbunden hat, das bleibt verbunden.
Heute, morgen – für immer
Dieser Abschied hat mich tief berührt.
Insbesondere, weil die Zeremonie von den Nachbarn und einem engen Freund des Verstorbenen, mit so unendlich viel Liebe gemeinsam vorbereitet wurde.
Hier ging es nicht nur um Tod und Trauer.
Hier ging es besonders um eine Liebe,
die so stark war, dass sie den anderen nicht lange allein ließ.
Als hätte sie sich nach ihm gesehnt. Als hätte die Liebe selbst sie mitgenommen.
Ich durfte Zeuge werden einer Romanze der besonderen Art –
leise, treu, lebenslang.
Diese Trauerfeier werde ich nie vergessen.
Sie hat mir einmal mehr gezeigt – dass Liebe stärker ist, als der Tod es jemals sein kann.
„Burgi und Reni, machen Sie es gut. Es war mir eine Ehre.“